Zur Geschichte der Firma J.J. Heckenhauer

Von der Gründung bis zur Lehrzeit Hermann Hesses.

Das Stammhaus des Antiquariates und der Buchhandlung J.J. Heckenhauer ist der Holzmarkt 5 in Tübingen (s. Abb. links, Ansicht ca. 1895). Dieses Haus ist mit dem Haus Lange Gasse 2 verbunden.

Dort eröffnete Magister Erhard Cellius 1596 die dritte Buchdruckerei Tübingens. Bekannt ist vor allem sein Buch "Imagines Professorum Tübingensis". Ein ehemaliger Mitarbeiter des späteren Inhabers Heerbrandt, Johann Immanuel Heckenhauer, gründete dann im Oktober 1823 hier seine Firma. Das heißt, in diesen Räumen wird die Buchtradition seit über 400 Jahren gepflegt.

Heckenhauer führte eine Buchhandlung, ein Antiquariat und auch einen kleinen Verlag. 1880 kaufte der Stuttgarter Buchhändler und Antiquar Carl August Sonnewald (siehe Foto) die Firma Heckenhauer. Seither ist sie in Familienbesitz.

Von 1975 an ist das Antiquariat und die Buchhandlung im Hochparterre, erst der lange Gang in das Hinterhaus erschließt das Bücherparadies.

Hermann Hesse als Lehrling

Von 1895 bis 1899 absolvierte Hermann Hesse seine Buchhändlerlehre im Hause J. J. Heckenhauer bei dem "Prinzipal" Carl August Sonnewald. Zwei "Zeugnisse" aus seiner Lehrzeit können Sie hier besichtigen: das Angestelltenverzeichnis und das Lehrzeugnis.

Trotz der langen Arbeitstage war es für Hesse eine intensive Zeit des Selbststudiums. Freunde und der Prokurist von Heckenhauer, Herr Hermes, gaben Anregungen. 1898 erschien sein erstes Buch "Romantische Lieder" in Dresden.

Außer Hermann Hesse war Josef Eberle, der auch unter seinen Pseudonymen Sebastian Blau oder Iosephus Apellus bekannt war, von 1917 bis 1920 Lehrling beim "Heckenhauer". Eberle war Mitbegründer der "Stuttgarter Zeitung" und schrieb v.a. in schwäbischer Mundart und Latein.